EnviroFALK etabliert neuen Branchendialog für Pharmawasseraufbereitung

Von Compliance und kaltem WFI über digitale Prozessüberwachung bis zur mikrobiologischen Realität und nachhaltigen Wassernutzung

Frankfurt am Main / Leverkusen, 15.10.2026: Regulatorische Anforderungen nehmen zu, digitale Technologien verändern Betriebs- und Freigabekonzepte, und Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Entscheidungskriterium. Wie Betreiber pharmazeutischer Wassersysteme diesen Herausforderungen begegnen können, stand im Mittelpunkt des ersten EnviroFALK Pharma Water Summits im DECHEMA-Haus in Frankfurt.

Die Fachveranstaltung brachte Expertinnen und Experten aus Pharmaindustrie, Planung, Anlagenbetrieb und Wassertechnologie zusammen. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen rund um Compliance, Water for Injection (WFI), Online-Monitoring, Mikrobiologie sowie Wasser- und Ressourceneffizienz. Durch das Programm führte Dr.-Ing. Eva Bitter, Geschäftsführerin der EnviroFALK PharmaWaterSystems, die die Vorträge, Diskussionen und Fragerunden moderierte und den Austausch zwischen Referierenden und Publikum begleitete.

PR & Kommunikation

Marion Wolf
Mitarbeiterin Marion Wolf

Compliance und WFI: Zwischen regulatorischen Anforderungen und technologischem Fortschritt

Den Auftakt machte Jochen Schmidt-Nawrot (CRB Group GmbH) mit seinem Vortrag „Pharmawasser zwischen Compliance und Interpretation“. Dabei beleuchtete er die praktische Umsetzung regulatorischer Anforderungen und die Herausforderungen, die sich daraus für Betreiber pharmazeutischer Wassersysteme ergeben.

Anschließend stellte Ulrich Träger, Geschäftsführer der EnviroFALK PharmaWaterSystems, aktuelle Entwicklungen bei der Erzeugung von Water for Injection (WFI) mittels Membranverfahren vor. Im Fokus standen die Potenziale moderner Technologien zur Steigerung von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Betriebssicherheit. „Die Anforderungen an Pharmawassersysteme steigen kontinuierlich. Gleichzeitig gewinnen Energieeffizienz und Ressourcenschonung zunehmend an Bedeutung. Moderne Technologien ermöglichen es, diese Ziele miteinander zu verbinden, ohne Kompromisse bei Qualität und Sicherheit einzugehen“, erklärte Ulrich Träger. Die anschließende Diskussion zeigte, wie intensiv die Branche derzeit die Weiterentwicklung regulatorischer Anforderungen und neuer Technologien verfolgt.

Daten und Online-Monitoring: Die Grundlage sicherer Entscheidungen

Wie digitale Lösungen die Pharmawasseraufbereitung verändern, zeigte Fritz Röder (Merck Healthcare KGaA) in seinem Vortrag über Online-Monitoring und datenbasierte Freigabestrategien. Anschließend präsentierten Sandro Bauer (ifm electronic gmbh) und Florian Löwe (EnviroFALK PharmaWaterSystems GmbH) neue Ansätze für smarte Reinstmedien-Systeme. Im Mittelpunkt standen intelligente Sensorik, digitale Transparenz und moderne Instandhaltungskonzepte. Die Referenten machten deutlich, dass belastbare Daten die Grundlage sicherer Entscheidungen bilden. Gleichzeitig wurde diskutiert, wie digitale Werkzeuge Betreiber unterstützen können, Prozesse besser zu verstehen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Anlagen effizienter zu betreiben.

Prof. Dr. Hans-Curt Flemming: Die mikrobiologische Realität bleibt entscheidend

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Vortrag von Prof. Dr. Hans-Curt Flemming, einer der international renommiertesten Experten auf dem Gebiet der Biofilmforschung. 

Unter dem Titel „Biofilme, die mikrobiologische Realität“ machte er deutlich, dass Mikroorganismen und Biofilme trotz Digitalisierung und Automatisierung weiterhin zu den zentralen Herausforderungen in Pharmawassersystemen zählen. Mit wissenschaftlicher Tiefe, anschaulichen Praxisbeispielen und feinem Humor vermittelte er komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum sowie die lebhaften Diskussionen in den Pausen zeigten, wie hoch die Relevanz mikrobiologischer Zusammenhänge für den langfristig sicheren Betrieb pharmazeutischer Wassersysteme eingeschätzt wird.

Nachhaltigkeit wird zum strategischen Faktor

Neben Qualität und Compliance rückte auch die Ressourceneffizienz in den Fokus des Summits. Cornelius Nellessen (EnviroFALK PharmaWaterSystems GmbH) zeigte anhand konkreter Beispiele Potenziale zur Reduzierung des Wasserverbrauchs in pharmazeutischen Anlagen auf. Ergänzend stellte Niclas Pörtner (EnviroChemie GmbH) Konzepte zur Wasserwiederverwendung vor und erläuterte, wie etablierte Lösungen aus anderen Industriebereichen zunehmend auch für die Pharmaindustrie relevant werden. Die Diskussionen machten deutlich, dass Nachhaltigkeit heute weit über ökologische Fragestellungen hinausgeht und zunehmend Einfluss auf Investitions-, Betriebs- und Zukunftsentscheidungen nimmt.

Pharmawasser 2035: Welche Entscheidungen müssen heute getroffen werden?

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Podiumsdiskussion „Pharmawasser 2035 – Von Regulierung zu Realität“ mit Jochen Schmidt-Nawrot, Ulrich Träger, Fritz Röder und Dr. Manssur Ansari. Gemeinsam diskutierten die Experten, wie Betreiber bereits heute die Weichen für langfristig sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Pharmawassersysteme stellen können. Im Mittelpunkt standen die Fragen, welche Technologien künftig an Bedeutung gewinnen, wie sich regulatorische Anforderungen entwickeln und welche Rolle Nachhaltigkeit bei zukünftigen Investitionsentscheidungen spielen wird.

Für einen humorvollen Moment sorgte dabei die Antwort von Ulrich Träger auf die Frage, welcher Rat bei der Anschaffung einer Pharmawasseranlage besonders wichtig sei, damit diese auch in zehn Jahren noch zuverlässig funktioniert: „Dem Anlagenbauer genau auf die Finger schauen.“ Hinter dem Schmunzeln im Publikum stand eine klare Botschaft: Langfristiger Erfolg beginnt mit sorgfältiger Planung, hoher Qualität und der Wahl kompetenter Partner.

Gelungene Premiere mit Signalwirkung

Neben den Fachvorträgen wurde vor allem der persönliche Austausch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geschätzt. In Diskussionsrunden, Fragerunden und Pausengesprächen wurden aktuelle Herausforderungen ebenso intensiv diskutiert wie zukünftige Entwicklungen der Pharmawasseraufbereitung. Zum Abschluss zog Moderatorin Dr.-Ing. Eva Bitter ein positives Fazit: „Die Fragen aus dem Publikum und die Offenheit der Diskussionen haben gezeigt, wie groß der Bedarf an praxisnahem Austausch in der Branche ist. Genau solche Formate fördern neue Perspektiven und gemeinsame Lösungsansätze.“

Die hohe Resonanz und die intensive Beteiligung der Teilnehmenden unterstrichen die Bedeutung eines offenen Branchendialogs. Mit dem Pharma Water Summit hat EnviroFALK eine Plattform geschaffen, die Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch und neue Perspektiven für die Pharmawasseraufbereitung verbindet.

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